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	<title>Transformation &#8211; Institut Gesunde Karriere</title>
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	<title>Transformation &#8211; Institut Gesunde Karriere</title>
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		<title>Vorbild an Fehlbarkeit</title>
		<link>https://www.gesundekarriere.de/vorbild-an-fehlbarkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vanessa Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2022 06:47:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Führung]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
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					<description><![CDATA[Führung Hybrider Arbeitswelten Führungspersonen sollten Vorbild an Fehlbarkeit sein. Fehlbarkeit zu ermöglichen ist, den Forschungen von Amy Edmondson folgend, eine der wichtigsten Einflussmöglichkeiten auf psychologische Sicherheit in der Organisation. Die Vorbildfunktion von Führung war schon vor der Pandemie oft herausfordernd. Aktuell scheint sie mir zentraler denn je. Die Zeiten sind weiterhin – und für unsere [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Führung Hybrider Arbeitswelten</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://www.gesundekarriere.de/wp-content/uploads/2020/08/20200820_120026.jpg" alt=""/></figure>



<p>Führungspersonen sollten Vorbild an Fehlbarkeit sein. Fehlbarkeit zu ermöglichen ist, den Forschungen von Amy Edmondson folgend, eine der wichtigsten Einflussmöglichkeiten auf psychologische Sicherheit in der Organisation.</p>



<p>Die Vorbildfunktion von Führung war schon vor der Pandemie oft herausfordernd. Aktuell scheint sie mir zentraler denn je. Die Zeiten sind weiterhin – und für unsere Psyche eigentlich schon viel zu lange – unsicher &amp; instabil. Dennoch beobachte ich, wie sich gleichzeitig -ohne gezielte Strategie- neue Routinen und Wahrheiten in Organisationen etablieren. Das erscheint mir gefährlich. Denn allzu oft wurden diese weder reflektiert noch versprachlicht. Was jetzt als „normal“ angesehen wird hat sich eingeschlichen.</p>



<p>Ich stolperte kürzlich in einem Podcast über einen von mir sehr geschätzten und durchaus berühmten Kollegen der Beraterszene, der in einem Nebensatz sagte: „naja, online ist ja super für die Effizienz, alle schaffen jetzt mehr, aber was halt nicht geht, ist Kontakt, der geht verloren.“ Ein anderer Kollege stellte fest: Online-Zusammenarbeit macht mehr Hierarchie, verfestigt Kontroll- und Überwachungstendenzen.</p>



<p>Ich war entsetzt. Beide sprachen, als wären diese Erkenntnisse Tatsachen. Es sind jedoch aktuelle Beobachtungen auftretender organisationaler Phänomene! Ist das evident oder ist es etwas, was viele erleben? Wir sind hineingestolpert in diese neue Situation und haben unter großem Druck neue Lösungen gefunden – ohne die Möglichkeit innezuhalten, um zu fragen: Passt das so? Was fehlt? Stattdessen füllte sich manches Büro heimlich schneller wieder als erlaubt und es wurde in Stein gemeißelt, was online möglich ist auf Grundlage dessen, was als erstes und unter großem Druck versucht wurde. Der so bedeutsame nächste Schritt des „Welche Phänomene nehmen wir aktuell war?“ „Wie gut passt das, zu dem, was wir voneinander brauchen?“ und „Wie wollen wir das zukünftig gestalten?“ wurde nur in seltenen Fällen gegangen.</p>



<p>Dort, wo derartige Fragen gestellt wurden, entstanden beeindruckende Konzepte. Dort gibt es heute bereits eine funktionierende hybride Arbeitskultur, die auch (informellen) Kontakt ermöglicht, ja sogar inszeniert und die beteiligungsorientierter, egalitärer als vorher, Zusammenarbeit ermöglicht.</p>



<p>Wir kennen Teams, die über das morgendliche Ritual des online Check-Ins nun von sich sagen, mehr Verbindlichkeit und kürzere Absprachen bei gleichzeitig mehr privatem Kontakt zu haben. Wir freuen uns über die Organisation, die regelmäßig per Zufallsgenerator alte und neue MA zieht, die während der Arbeitszeit online-Austauschzeit bekommen, so dass neue MA über den eigenen Bereich hinaus in der Organisation ankommen. Und ganz wunderbar finden wir auch die Geschäftsführung, die das Laptop mit dem zugeschalteten GF-Kollegen, der als Risikopatient dauerhaft home office macht, mit seinem Lieblingstrikot kleidet und das Laptop regelmäßig in die Cafeteria mitnimmt, so dass Mitarbeitende mit ihm plaudern können.</p>



<p>Kleine Geschichten, die einen großen Unterschied machen.</p>



<p>Wenn Sie nach Wegen dafür suchen, dass die sich abzeichnende hybride Zukunft Ihrer Arbeitswelt möglichst oft Effizienz und Menschliches verbindet, dann habe ich hier – in Zusammenarbeit mit meinen Kolleg*innen – ein paar Reflexionsangebote zusammengetragen.</p>



<p><strong>Eine hybride Arbeits-Zukunft aktiv gestalten</strong></p>



<p>Unsere Ausgangshypothese ist: Organisationen, die die Bedeutsamkeit von Kontakt und Beteiligung als integralen Bestandteil der hybriden Zusammenarbeit begreifen, rahmen Arbeitsprozesse. Weil uns das so am Herzen liegt, formulieren wir ab jetzt in Form direktiver Handlungsempfehlungen, gegen unsere sonstigen Coaching-Gewohnheiten:</p>



<p><strong>(Neu-)Organisation von Information</strong></p>



<p>Organisieren Sie den Informationsfluss. Egal ob Büro oder remote, jede*r hat für den Moment ausreichend definierte Zugänge zu Information.</p>



<p><strong>Synchron/Asynchron – Prozesse auf Notwendigkeiten untersuchen</strong></p>



<p>Sorgen Sie für klare Definitionen asynchroner (zeitversetzt, ortsunabhängig) und synchroner (zeitgleich, ortsunabhängig) Arbeiten. Alle wissen so ausreichend gut, was gemeinsam und was zeitversetzt bearbeitet wird und auf welchen Plattformen dies geschieht.</p>



<p>Befördern Sie asynchrones Arbeiten, in dem Sie für die Voraussetzungen sorgen, dass Informationen asynchron zur Verfügung stehen. Vereinbaren Sie, wer sich wozu informiert und in welchem Turnus. Information zur Verfügung stellen ist Pflicht der Informierten; Information einholen ist Pflicht der Empfänger*in. Informationen sind auch: Wissen, Entscheidungen und Entscheidungsgrundlagen für synchrone Besprechungen. Wenn Entscheidungen emotional triggern (sollen), wählen Sie Formate, die Emotionen tragen: Video-, Audio-Botschaften, verzichten Sie auf Text.</p>



<p>Akzeptieren Sie, dass individuell auszuführende Tätigkeiten, egal wo und wann gearbeitet werden können. D.h., vertrauen Sie auf die Eigenverantwortlichkeit und Expertise Ihrer Mitarbeitenden. &nbsp;</p>



<p>Entwickeln Sie noch stärkeres Bewusstsein dafür, dass die gemeinsame, synchrone Zeit in Organisationen zukünftig</p>



<ul class="wp-block-list"><li>informelle Zeit,</li><li>Zeit für absichtsfreie, auch zufällige, Begegnung,</li><li>kollaborative Zeit und</li><li>Reflexionszeit ist.</li></ul>



<p><strong>Ritualisierte Reflexion</strong></p>



<p>Sorgen Sie dafür, dass alle Beteiligten wissen, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Machen Sie offiziell, dass <em>ausprobiert</em> wird. Gemeinsam werden Reviews, Lernschleifen, Testballons getestet. Etablieren Sie die Idee, dass die Überarbeitung auch von Arbeitsweisen und Strukturen als Normalität und Alltagsaufgabe begriffen wird.</p>



<p><strong>Funktion von Führung: Fehlbarkeit ermöglichen</strong></p>



<p>In den beschriebenen Settings ist Fehlbarkeit möglich. Es geht nicht ums Fehler machen, sondern darum, uns Irrtümer eingestehen. Der Unterschied: Fehler entstehen im Abgleich mit bestehendem Wissen, Wahrheit, Richtigkeit. Was für die aktuellen Aufgaben die beste Arbeitsweise ist, wissen wir aktuell oft noch nicht, weil die Situation dafür zu sehr in Bewegung ist. Und so handelt es sich im neuen hybriden Arbeiten meist um Irrtümer. Sie sind Meilensteine auf dem Weg der Erkenntnis: Aaaah, so geht es also nicht. Irrtümer konnten vorab nicht gewusst werden. Sie liefern Wissen über blinde Flecken. Insofern müsste der Begriff der Fehlbarkeit eigentlich Irrtumbarkeit heißen.</p>



<p><strong>Führungs-Vorbildfunktion</strong></p>



<p>In sich wandelnden Arbeitsformen ist der Blick auf Führung noch deutlicher. Solange es noch keine Regeln gibt, probieren manche Mitarbeitende spontan den eigenen Vorlieben entsprechend Strategien aus, gestalten mit mehr oder weniger Rücksprache den eigenen Kosmos, andere achten auf das, was Führung tut und kopieren. Deswegen gilt: Potenziell alles, was Sie tun, wird als „achsomachenwirdasjetztalso“ gewertet. Sie setzen vermeintlich eine neue Norm.</p>



<p>Diesem Gedanken folgend, hier nun ein paar Beispiele, wie Führungspersonen es ihren Mitarbeitenden leichter machen können, ihr hybrides Arbeitsleben gesund zu gestalten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Asynchron arbeiten:</em> wenn Arbeitszeit von Führungspersonen für andere sichtbar ist, dann sollte dies nur zu regulären Arbeitszeiten möglich sein, nicht nachts, nicht am Wochenende! Bitte auch kein Mailversand zu Zeiten außerhalb der Arbeitszeiten. Nutzen Sie Ihren „später senden“-Button!</li><li><em>Synchron arbeiten:</em> Führungspersonen sollten Informelles weiter wichtig nehmen. Da die Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche nicht mehr zufällig entstehen, brauchen sie Inszenierung. Es ist also Führungsaufgabe, informelle Zeit zu organisieren. Beachten Sie dabei, wie viel dieser Zeit Sie dabei sein sollten, wenn es informell wird, wie viel Zeit braucht das Team auch ohne Führungsanwesenheit. &nbsp;Übrigens, wenn Sie nie dabei sind, ist das lesbar als: ich finde das nicht so wichtig… Also: mitmachen, auch hier Vorbild sein. Veröffentlichen Sie sich, so wie es für ihre Arbeitszusammenhänge und Arbeitskultur bisher auch angemessen war. Oder sprechen Sie sogar noch ein bisschen mehr über ihre Befindlichkeiten. Gerade bezüglich Unsicherheiten Technik/Pandemie etc. senkt dies die Hemmschwelle der Mitarbeitenden, Unsicherheiten zu veröffentlichen.</li><li>Halten Sie keine (Info-)Monologe in Besprechungen, sondern organisieren Sie eine angemessene Informationskultur. Pflegen Sie die Ablage/Info in den abgesprochenen Systemen und vermeiden Sie den kurzen Dienstweg. Da der Flurfunk reduziert ist, kommen schnell-zwischendurch-Infos bei noch weniger Mitarbeitenden an, die anderen fühlen sich leichter außen vorgelassen!</li></ul>



<p>Die hybride Arbeitswelt ist noch neu. Es musste erst sehr schnell gehen, nun wird klar, es ist keine Ausnahme, es wird sich in etwas vorher nicht Dagewesenes entwickeln. Da kann noch nicht alles fertig sein. Deswegen ist es an Ihnen, als Führungsmensch, die neuen Gewohnheiten zu überprüfen und einzufordern, Zeit frei zu schaufeln, um die Fragen zu stellen, für die in den letzten zwei Jahren keine Zeit war. Hören Sie ihren Mitarbeitenden zu und interessieren Sie sich dafür, was im Homeoffice gefehlt hat (und was für good practice sich informell bereits gebildet hat), was online besser ging und was in der neuen Mischung nun verlässlich verabredet werden kann, bis Sie es ein nächstes Mal (wann genau?) reflektieren werden.</p>



<p>Puh, das musste mal raus!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was kümmert mich die Nachwelt, hat sich die Nachwelt je um mich gekümmert? (Groucho Marx)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vanessa Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Nov 2021 09:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Generatives]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Aufhören]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Generative Prozessbegleitung]]></category>
		<category><![CDATA[gesunde karriere]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere gegenwärtige Sinnwelten werden nicht so weitergehen. Alles istendlich. Und was wir bis zum Maximum der eigenen Fähigkeiten beherrschen, wird früher oder später langweilig, banal oder gedankenlos und damit gefährlich. Aufhören sichert das Erreichte. Weitermachen würde es banalisieren. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich die Kunst des Aufhörens aus der Versenkung holen. Denn wir meinen: Aufhören [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="2425" class="elementor elementor-2425" data-elementor-post-type="post">
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									<p></p>
<p></p>
<p>Unsere gegenwärtige Sinnwelten werden nicht so weitergehen. Alles ist<br />endlich. Und was wir bis zum Maximum der eigenen Fähigkeiten beherrschen, wird früher oder später langweilig, banal oder gedankenlos und damit gefährlich. Aufhören sichert das Erreichte. Weitermachen würde es banalisieren.</p>
<p>Mit diesem Blogbeitrag möchte ich die Kunst des Aufhörens aus der Versenkung holen. Denn wir meinen: Aufhören können ist eine hoch unterschätzte Kompetenz. In diesem Blog reflektiere ich dazu, was genau Aufhören bedeuten kann, wieso es uns so schwerfällt und welche Kompetenzen uns darin unterstützen können, besser zu werden.</p>
<h2>Wandeldynamiken</h2>
<p>Wir reflektieren Veränderungen gerne mit der Wandel-Triade von Kornelia Rappe-Giesecke. Die Triade besagt, dass Wandel die Emergenz aus Bewahren, Optimieren und Innovieren ist.</p>
<p>Bewahren bedeutet, das Bisherige zu würdigen. Was war wichtig für das, was bisher unsere Realität war? Es bedeutet auch: entscheiden, was so gut war, dass es für zukünftige Herausforderungen bestehen soll. Manchmal bedeutet Bewahren auch, an Gewohnheitswirklichkeiten festzuhalten und (zu viel?) Veränderungsenergie zu binden.</p>
<p>Optimieren heißt: das, was da ist, anpassen an neue Begebenheiten. Es ist ein Qualitätsversprechen. Manchmal ist Optimieren leider nur die richtige Antwort auf falsche Fragen. Unsere Weltenlage (Globalisierung, Klimakrise, Artensterben, Corona-Pandemie) macht deutlich: Besser machen kann in Endlichkeit auch keine alleinige Lösung sein.</p>
<p>Der dritte Aspekt von Wandel ist Innovation. Das ist das Neue. Wir erfinden und kreieren. Manchmal zum Selbstzweck. Neu scheint manchen per se besser als bisheriges. Zum anderen geht es in der Innovation um Zerstörung des Alten, ums Weglassen von zukünftig schädlichem Verhalten. Die Nachhaltigkeitsforschung nennt das Exnovation. Das ist das Aufhören. In einer begrenzten Welt ist Aufhören die Möglichkeit Überleben zu sichern.</p>
<h2>Aufhören hat viele Gesichter</h2>
<p>Es gibt so viele Begriffe für Enden: Ziel, Erledigung, Vorgangsabschluss, Pensum-Erfüllung, Bilanzerstellung, Mittel-Versiegung, Ressourcenverbrauch, Verzehr, Verknappung, Stillstand, Fristablauf, Grenzerreichung, Verwirklichung, Krise, Zeugnis, Examen, Ruhestand, Entscheidung, Umschlag, Abschied, Trennung, Entzweiung, Revolution, Umsturz, Befreiung, Apokalypse, Katastrophe, Ruin, Bankrott, Untergang, Zerfall, Erosion, Tod.</p>
<p>Harald Welzer schreibt in seinem neuen Buch „Nachruf auf mich selbst“ davon, dass vielen dieser Beschreibungen etwas Schicksalhaftes anhaftet. Er sagt, wir haben als moderne Gesellschaft das Leben säkularisiert. Wir leben (fast alle) nicht mehr für das, was danach kommt. Wir erklären uns das Leben seit der Aufklärung eher mit rationalen und weltlichen Bezügen (Verantwortungen, Bedürfnissen, Emotionen etc.) und weniger mit „Gott hat es so gewollt“. Doch wenn etwas zu Ende geht, wenn wir mit etwas aktiv aufhören sollten, überlassen wir das als Gesellschaft lieber dem Zufall, dem Schicksal, dem „das sollte wohl so sein, hat sich so ergeben“. Der Tod (egal von was) ist leichter zu ertragen, wenn er un-säkularisiert bleibt, ein bisschen mystisch. Er ist leichter zu ertragen, wenn er nicht in unserer eigenen Verantwortung liegt. Wenn wir nichts dafürkönnen, müssen wir auch nichts gestalten. Es geschieht uns. Pech/Glück gehabt.</p>
<p>Harald Welzer begründet das damit, dass der bedingungslose Fortschrittsglaube der Moderne kein Ende kennt. Fortschritt sei eine kontinuierliche Ausweitung von Weltweitreiche (Hartmut Rosa). Rückschritte, Enden, Abschiede passen nicht in diese Vorstellung. Beenden wir etwas, fühlt es sich oft an, als würden wir die damit verbundenen Wertvorstellungen auch beerdigen. Da wir in der Moderne gelernt haben, dass wir Menschen schlau und groß und wunderbar sind und es bergauf zu gehen hat, fühlt sich ein Ende also schnell falsch an. Denn wir würden wohlmöglich im Innehalten bemerken, dass unser Weg auch Scheitern, Stolpern, Nichtwissen beinhaltete. Es wäre mit Schmerz oder Scham verbunden. Ein Ende besprechbar zu machen ist deswegen oft nicht Teil unserer alltäglichen Praxis.</p>
<p>Wir täten gut daran, neben dem Fortschritt auch die Regression oder die Annullierung des Fortschritts als gestaltbar anzuerkennen. Damit zu rechnen, dass es schief geht, dass etwas misslingen wird, wäre sehr gesund für uns. In Organisationen, im Privaten, in der Weltgemeinschaft.</p>
<p>Bisher nutzen wir vor allem eine Lösung: Eintrittswahrscheinlichkeiten berechnen, die Ver-Zahlung von Schicksalen. So ist Endlichkeit ausreichend entmenschlicht, wird vermeintlich kalkulier- und bearbeitbar. Alles andere, das Unerwartbare, muss die Ausnahme bleiben, sonst kann es nicht als Krise, und damit als „nicht menschengemacht, sondern Schicksal“, gerahmt werden. Wir müssten sonst Verantwortung übernehmen. Dann doch lieber Zufall – oder das Böse, die anderen. Krise erscheint uns handhabbarer.</p>
<h2>Gegenteil von Fortschritt <span style="mso-bidi-font-family: Calibri; mso-bidi-theme-font: minor-latin;">≠</span> Krise</h2>
<p>Eine Krise würde bedeuten, etwas wäre „Nicht-zu-erwarten-gewesen“, „Überraschend“, oder etwas sei ein Höhepunkt einer vorübergehenden problematischen Entwicklung (was gleichzeitig suggeriert, ab jetzt wird es wieder besser). Doch das Gegenteil von Fortschritt ist genauso normal wie der Fortschritt. In einer komplexen Welt geschehen Dinge, die zuverlässig dafür sorgen, dass nichts wieder an seinen Anfang zurückkehrt. Es gibt kein Es-wird-wieder-wie-früher. Das Gegenteil von Fortschritt ist auch Fortschritt: es ist ein sehr normales Endlichkeitsphänomen. Irgendetwas geht immer zu Ende.</p>
<p>Und so ist Aufhören können eine Bedingung für Neubeginn und beginnen zu können ist eine Bedingung dafür, aufhören zu können. Wer sich, der Organisation, der Gesellschaft nicht zutraut oder zugesteht, beginnen zu können, entwickelt Strategien, um nicht aufhören zu müssen.</p>
<h2>Strategien, um nicht aufhören zu müssen</h2>
<h3>Funktionale Differenzierung</h3>
<p>Wir schaffen Zuständigkeiten. In Organisationen werden Zuständigkeiten so kleinteilig organisieren, dass niemand sich für das große Ganze verantwortlich fühlen muss. Wir trennen Entscheidungskompetenzen und Expertise. Und auch im Privaten kriegen wir das hin. Ein Beispiel: Ich ernähre mich unterwegs, deswegen kann ich nicht entscheiden, dass ich nur regional Produziertes esse.</p>
<h3>Ziele setzen statt Handlungen beenden</h3>
<p>Wer Ziele definiert und sie nicht operationalisiert, kann sich tätig fühlen ohne Verantwortung übernehmen zu müssen. Ziele liegen in der Zukunft. Sie beruhigen das System. Ein aktuelles Beispiel: das 1,5 Grad-Ziel.</p>
<h3>Die Entscheidung, keine Entscheidungen zu treffen</h3>
<p>Wir sind so pluralistisch, wir halten mal alle Bälle in der Luft, verstehen alle Lager. Wir versuchen es lieber mit `False-Balance´ als uns dem Vorwurf auszusetzen, irgendjemandem keine Stimme gegeben zu haben. Nicht-Aufhören bedeutet hier: lass uns nochmal mit allen über alles reden, das ist Beteiligung, und Beteiligung ist ja per se etwas Gutes. Die Politik während der Corona-Pandemie ist ein schmerzhaftes Beispiel hierfür.</p>
<h3>Eigentlich</h3>
<p>Wir sammeln Wissen. Und glauben uns, das es noch mehr Wissen braucht. Das tun wir, obwohl wir wissen, dass Einsicht nur in seltenen Fällen zu neuem Handeln führt. Harald Welzer begründet dies damit, dass unsere moralischen Überzeugungen nicht handlungsleitend sind, sondern uns ja nur eine Richtschnur dafür geben, welche Begründung dafür geeignet ist, eine falsche Handlung mit einem richtigen Bewusstsein in Deckung zu bringen. Dafür haben wir das Scharnierwort „eigentlich“ in unseren Sprachgebrauch integriert. Eigentlich markiert den alltäglichen Widerspruch zwischen Anspruch und Handlung. So lässt es sich leichter mit inneren Widersprüchen leben. Gründe gibt es immer und sie kosten nichts. Noch nicht genug zu wissen ist eine gesellschaftlich akzeptierte Ausrede.</p>
<h3>Ritualmangel</h3>
<p>Die Kirche ist keine Ordnungsmacht mehr, ihre gesellschaftliche Funktion ist stark reduziert, aber sie hat oft noch ein Ritualmonopol. Wer nicht an Kirche angebunden ist, lernt weniger Rituale. Viele von uns kennen die wohltuende &amp; heilende Wirkung des gemeinschaftlichen Feierns oder Klagens und des „jede*r weiß verlässlich, was er/sie bekommt, wenn X eintritt“ nicht mehr. Es fehlt uns an Ritual-Kompetenz. Und da wir keine passenden Rituale kennen, wäre die Gestaltung eines jeden Endes ein individueller Kraftaufwand. Einfach weitermachen erscheint uns dann ökonomischer.</p>
<h2>Aufhör-Kompetenzen</h2>
<p>Aus diesen Vermeidungsstrategien können wir Kompetenzen ableiten, wie uns Aufhören leichter gelingen kann. Drei davon hier zur Inspiration:</p>
<h3>Rituale geben Abschieden eine Form</h3>
<p>Wenn die Form für den Abschied von etwas fehlt, das einmal bedeutsam war, dann halten wir besonders intensiv am Alten fest. Verlustaversionen führen nicht zu Veränderungen. Es fühlt sich an wie eine Entwertung oder Annullierung von Arbeitskraft, Qualifikation, Identität. Deswegen braucht es Übergangsriten.</p>
<p>Ängste und Trauer brauchen das Kollektiv. Jammern braucht Zeit und Raum, um sich in Klagen verwandeln zu können. Trauern ist Arbeit. Rituale unterstützen das Einordnen von Erinnerungen, das Verzeihen, das Wiedererstarken von Kontakt und Ressourcen.</p>
<p>Oft wird davon gesprochen, dass wir doch bitte Loslassen lernen sollen: Wir mögen uns doch bitte dem Neuen zuwenden, dem Alten nicht länger hinterherweinen. Ja, stimmt oft. Hüpft aber zu kurz. Davor braucht es noch etwas, das wir Aufhörarbeit nennen können: Dem Bisherigen einen angemessenen Platz gewähren. Der Platz kann in der Erinnerung, im eigenen Körper, im Storytelling der Organisation liegen.</p>
<p>Und ein Ende braucht ein Fest zur Würdigung des Bisherigen, zum Feiern des Erreichten, zur Wahrnehmung der Leistungen und zum Spüren der Gemeinsamkeiten.</p>
<h3>Gegenwärtig werden</h3>
<p>Aufhören ist der bewusste Jetzt-Moment. Der einzige Augenblick, in dem Wandel entstehen kann. Die Zeit der Veränderung ist die Gegenwart. Nicht die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Und der Raum der Veränderung liegt innerhalb, nicht außerhalb unserer Grenzen. Deswegen brauchen Aufhör-Prozesse einen Milton-Erickson-Moment: Du hast jetzt hier alle Zeit der Welt!</p>
<p>Wir halten inne und bemerken, was zu ent-scheiden ist.</p>
<p>Was irritiert? Was ist relevant? Was ist hier zu lernen?</p>
<p>Solche Momente brauchen Vertrauen und Bezogenheit. Dieses Vertrauen in der Gegenwart fußt auf Versprechen, dass zumindest irgendetwas in der Zukunft noch so verlässlich und stabil sein wird wie in der Vergangenheit. Welche inneren Sicherheiten tragen uns, wenn das außen gerade nicht sicher ist?</p>
<h3>Wertedissonanzen ins Bewusstsein holen</h3>
<p>Aufhören gelingt leichter, wenn ein Danach gedacht und gespürt werden kann. Es braucht also ein Hin-Zu, das wirkmächtiger ist als die Wirklichkeiten des Bisherigen in all ihren Facetten von (Des-)Interessen, Macht, Gewohnheiten &#8230;</p>
<p>Unsere moderne Gesellschaft hat uns gelehrt, dass wir kontextabhängig verschiedene Rollen einnehmen. In unseren Rollen gelten teils widersprüchliche handlungsleitende Werte. Wir distanzieren uns in manchen Rollen von Werten, die wir an anderer Stelle einfordern. Niemand hat mehr durchgehend die gleichen Werte und behandelt situationsunabhängig wechselnde Anforderungen mit der gleichen Antwort.</p>
<p>Aufhören verlangt von uns, diese Paradoxien zu bemerken, zu benennen, und dann unsere Interessen, moralische Überzeugungen und unser aktives Rollenrepertoire so weit in Einklang zu bringen, dass Handlung entstehen kann. Das ist großes Kino. Kein Wunder, dass es so selten gelingt.</p>
<h2>Reflexionsfragen</h2>
<p>Konstruktives Aufhören braucht also Ritualisierung, Gegenwärtigkeit und Ausrichtung. Was liegt näher, als zur Reflexion unsere Lieblingsfragen im Futur II zu beantworten:</p>
<p style="margin-left: 18.0pt; mso-add-space: auto; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;"><span style="mso-ascii-font-family: Calibri; mso-fareast-font-family: Calibri; mso-hansi-font-family: Calibri; mso-bidi-font-family: Calibri;"><span style="mso-list: Ignore;">&#8211;<span style="font: 7.0pt 'Times New Roman';">          </span></span></span>Angenommen, ich habe für mich und diese endliche Welt ausreichend aufgehört, wie werde ich ab jetzt gelebt haben?</p>
<p style="margin-left: 18.0pt; mso-add-space: auto; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;"><span style="mso-ascii-font-family: Calibri; mso-fareast-font-family: Calibri; mso-hansi-font-family: Calibri; mso-bidi-font-family: Calibri;"><span style="mso-list: Ignore;">&#8211;<span style="font: 7.0pt 'Times New Roman';">          </span></span></span>Was will ich dann ab jetzt mit meinem Leben (nicht) gemacht haben?</p>
<p style="margin-left: 18.0pt; mso-add-space: auto; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;"><span style="mso-ascii-font-family: Calibri; mso-fareast-font-family: Calibri; mso-hansi-font-family: Calibri; mso-bidi-font-family: Calibri;"><span style="mso-list: Ignore;">&#8211;<span style="font: 7.0pt 'Times New Roman';">          </span></span></span>Welche Wege will ich (nicht) gegangen sein?</p>
<p style="margin-left: 18.0pt; mso-add-space: auto; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;"><span style="mso-ascii-font-family: Calibri; mso-fareast-font-family: Calibri; mso-hansi-font-family: Calibri; mso-bidi-font-family: Calibri;"><span style="mso-list: Ignore;">&#8211;<span style="font: 7.0pt 'Times New Roman';">          </span></span></span>Wie will ich mit meinen biographischen Wunden umgegangen sein, so dass ich ihnen ausreichend Chance auf Heilung gab?</p>
<p>… und dann, ganz langsam, in die Antworten hineinleben.</p>
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		<title>Brennst du?</title>
		<link>https://www.gesundekarriere.de/brennst-du/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vanessa Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 14:19:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Generatives]]></category>
		<category><![CDATA[New Work]]></category>
		<category><![CDATA[Prozessbegleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching Hannover]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Generative Prozessbegleitung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 04. Februar 2020 hatten wir das Vergnügen von Jonas für seinen Podcast interviewt zu werden. Es wurde eine sehr vergnügliche Zeit. Und da Jonas inzwischen einen anderen Podcast füttert, hat er uns unser Interview zur Verfügung gestellt. Wer also wissen möchte, wieso wir tun, was wir tun, warum wir brennen für das, was wir tun, der ist herzlich eingeladen hier hineinzuhören. Gute Unterhaltung!]]></description>
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					<h5>Gesunde Karriere Podcast 02/2021</h5><audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-2228-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://www.gesundekarriere.de/wp-content/uploads/2021/02/Podcast_mit_Gesunde_Karriere__kleiner.mp3?_=1" /><source type="audio/mpeg" src="https://www.gesundekarriere.de/wp-content/uploads/2021/02/Podcast_mit_Gesunde_Karriere__kleiner.mp3?_=1" /><a href="https://www.gesundekarriere.de/wp-content/uploads/2021/02/Podcast_mit_Gesunde_Karriere__kleiner.mp3">https://www.gesundekarriere.de/wp-content/uploads/2021/02/Podcast_mit_Gesunde_Karriere__kleiner.mp3</a></audio>				</div>
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		<title>Was für ein hoffnungsvolles Buch!</title>
		<link>https://www.gesundekarriere.de/was-fuer-ein-hoffnungsvolles-buch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Vanessa Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Dec 2019 11:58:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe Norman Doidge „Neustart im Kopf. Wie sich unser Gehirn selbst repariert“ gelesen. Und bin so inspiriert. Das Buch strotzt nur so vor Geschichten der jüngeren Medizingeschichte, die belegen, dass das Wissen darüber, wie unser Hirn funktioniert – so lückenhaft es immer noch sein mag – doch heute schon für viele menschliche Herausforderungen Lösungsfindungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich habe <strong>Norman
Doidge „Neustart im Kopf. Wie sich unser Gehirn selbst repariert“</strong> gelesen.
Und bin so inspiriert. Das Buch strotzt nur so vor Geschichten der jüngeren
Medizingeschichte, die belegen, dass das Wissen darüber, wie unser Hirn
funktioniert – so lückenhaft es immer noch sein mag – doch heute schon für
viele menschliche Herausforderungen Lösungsfindungen erleichtert. Norman Doidge
schreibt so, dass es sowohl spannend als auch unterhaltsam ist und wir ganz
nebenbei zum Beispiel lernen dürfen, warum Füße so ein weit verbreiteter
Fetisch sind (In den 1930er Jahren wies der Neurochirurg Dr. Wilder Penfield
nach, dass bestimmte Bereiche des Gehirns für bestimmte Bereiche des Körpers
zuständig sind und erstellte die erste „Landkarte“ des Gehirns. Es zeigte sich
z.B., dass die jeweiligen Bereiche für Füße und Genitalien genau nebeneinanderliegen.
Das ist vermutlich der Grund dafür, dass der Fuß als Fetischobjekt verbreiteter
ist als Hand oder Ellenbogen.).<br>
<br>
Jahre lang waren Wissenschaftler*innen davon überzeugt, dass sich das Gehirn im
Kindesalter ausbildet und dann so bleibt, wie es ist, bis es im Alter langsam
nachlässt und uns irgendwann im Stich lässt. Mittlerweile hat sich dieses Bild
gewandelt. In den letzten Jahren wurde immer mehr über die sogenannte <strong>Neuroplastizität</strong>
bekannt, die Fähigkeit des Gehirns, sich den Umständen anzupassen und sich weiterzuentwickeln.
Diese Fähigkeit führt dazu, dass unser Gehirn erstaunliche Selbstheilungskräfte
entwickelt. „Neustart im Kopf“ zeigt Beispiele, in denen es gesunden Teilen des
Gehirns gelang, Aufgaben von durch Krankheit oder Unfall verlorenen Teilen des
Gehirns zu übernehmen. Und sogar ohne Teile unseres Gehirns zu verlieren,
können wir unser Gehirn neuroplastisch trainieren: <strong>Anregende Aktivitäten
verbessern die Struktur unseres Gehirns und damit unser Denkvermögen. </strong>Durch
Umgebungen und Aktivitäten, die uns geistig herausfordern und anregen werden
Strukturen im Hirn verändert und es kann besser Denken. Sogar Ratten, die in anregenderer
Umgebung gehalten werden, bilden mehr Neurotransmitter als ihre gelangweilten
Artgenossen. Und Neurotransmitter sind unser „Hirndünger“.</p>



<p><strong>Auch sehr spannend
ist sein Kapitel über Angst. </strong>Wir
sind alle gut darin, uns hin und wieder Sorgen zu machen. Wenn die Angst nicht
wieder verschwindet, liegt das, so Doidge, oft darin, dass der Teil des
Gehirns, der dafür zuständig ist, Ängste abzuschalten, nicht funktioniert. Doch
das ist reparierbar, mit Hilfe von Aufmerksamkeitsübungen (sobald die Angst
zuschlägt, tun die Patienten etwas, das sie mögen, z.B. ihr Lieblingslied
hören, zum Workout gehen oder sich umarmen lassen) kann die Hirnaktivität
„Angst“ nach und nach positiv konnotiert werden, und das neue Gefühl, die
Freude über ein schönes Erlebnis, übernimmt schrittweise die Aufgaben des
Angstbereiches, das Hirn vernetzt sich neu, dies ist in Gehirnscans nachweisbar.
Hier gibt es also neurowissenschaftliche Beweise dafür, warum unsere
hypnotherapeutische Arbeit der Problem-Lösungs-Gymnastik (wir nutzen das
ungewollte Gefühl als willkommene Erinnerungshilfe für das, wie wir uns fühlen
wollen) so gut funktioniert. (mehr dazu in meinen Artikel Tanz der Phänomene LINK – wer ihn haben möchte, bitte melden, wir
verschicken ihn gerne als PDF)</p>



<p>Außerdem gibt es noch
spannende Kapitel über die neuroplastische Behandlung von Phantomschmerzen, über
die Entstehung von sexuellen Vorlieben und die Stärkung von Muskeln und
Koordination durch Imagination und vieles mehr.</p>



<p><strong>Und: wie wir unser
Gehirn möglichst lange jung halten!</strong> Es bleibt wahr, dass unser Gehirn in jungen Jahren schneller lernt,
verlernt, umlernt. Doch die Lernfähigkeit verschwindet nie ganz. Und eine der
bedeutsamsten neueren Erkenntnisse: Stammzellen altern nicht. Sie haben
die Fähigkeit, sich unendlich oft zu teilen und sich in Neuronen oder
Gliazellen auszubilden. Diese Fähigkeit behalten sie bis zu unserem Tod, egal
wie alt wir werden. Der Nachweis dieser Stammzellen ist eine Revolution. Denn
er bedeutet, dass wir unser Gehirn selbst jung halten können. Dazu tragen vor
allem anregende Umgebungen bei: Wer öfter etwas Neues ausprobiert, regt die
Stammzellen dazu an, sich zu teilen und neue Neuronen auszubilden. Das kann
alles Mögliche sein: Wir können eine neue Sprache lernen, uns mit ungewohnten
Themen oder Menschen auseinandersetzen oder uns in vollkommen unbekannte
Situationen manövrieren. Das alles hält unser Gehirn jung. Hauptsache: wir tun
etwas, das NEU ist. Anschlusslernen zählt nicht. Also: wagt das Unbekannte.
Lernt chinesisch oder stricken, geht flyboarden, trefft euch mit Menschen
außerhalb eurer Filterblase. 

Auf einen guten Neustart im Kopf!



</p>
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		<title>Unter Uns: Digital ist scheißegal?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Antje Mein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2019 12:32:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Führung]]></category>
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		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Prozessbegleitung]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 10 Jahren pflegen wir im Netzwerk Gesunde Karriere ein besonderes Intervisionsformat:„Unter uns“. Zweimal jährlich treffen wir uns mit unserem erweiterten Netzwerk aus Düsseldorf, Köln Hamburg, Berlin und Hannover. Wir stellen Erlerntes, Erfundenes und Erlebtes vor und treten in Dialog zu Themen, die uns aktuell in unserer Arbeit beschäftigen. Eine*r von uns bereitet inhaltliche Impulse [&#8230;]]]></description>
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<p>Seit 10 Jahren pflegen wir im Netzwerk Gesunde Karriere ein besonderes Intervisionsformat:„Unter uns“. Zweimal jährlich treffen wir uns mit unserem erweiterten Netzwerk aus Düsseldorf, Köln Hamburg, Berlin und Hannover. Wir stellen Erlerntes, Erfundenes und Erlebtes vor und treten in Dialog zu Themen, die uns aktuell in unserer Arbeit beschäftigen. Eine*r von uns bereitet inhaltliche Impulse vor und begleitet uns durch den Tag. In unserem diesjährigen Novembertermin ging es um Digitalisierung. Vanessa hat das Thema für uns umfänglich erforscht und aufbereitet. Um es vorweg zu nehmen: er ist ein immer Geschenk, dieser Tag, so auch diesmal.</p>



<p>Bereits
in der Einstiegsrunde zeigte sich, dass Digitalisierung ein brandheißes
Buzzword ist: in den Organisationen, für die wir tätig sind, gesellschaftlich, politisch.
Und auch jede*r von uns (Berater*innen und Vertreter*innen von Unternehmen und
Organisationen) hat natürlich einen eigenen Fokus auf das Thema. </p>



<p>Wir erkunden
publizierte Erklärungsversuche, um die Veränderungen besser zu verstehen. Denn
wir wollen die Zukunft der Gesellschaft und der Arbeitswelt mitgestalten. Quer
durch alle Branchen, in denen wir uns bewegen, finden Veränderungsprozesse
statt, die im Kontext digitaler Transformation stehen. Der rapide
voranschreitende technologische Wandel löst bei den Betroffenen sowohl Begeisterung
als auch enorme Ungewissheiten aus. </p>



<p>Der
Einstieg in den Tag ist inhaltlich von Überlegungen des Soziologen Dirk Baecker
geprägt. Er ordnet die Digitalisierung in die zivilisatorische Entwicklung ein:
Auf Oralisierung (<em>ermöglicht
Kommunikation und Vergangenheit</em>), Alphabetisierung (<em>Verschriftlichung ermöglicht dass Hierarchien und Religionen entstehen</em>),
Literarisierung (<em>Buchdruck ermöglicht
Wissenschaft, ermöglicht Aufklärung und Demokratisierung</em>) folgt nun die
Digitalisierung (<em>VUKA, Netzwerkgesellschaften und dann?).</em> </p>



<p>Entscheidend
ist für Baecker dabei – und auch wir sind uns dazu einig, dass die Gesellschaft
Digitalisierung nicht passiv über sich ergehen lassen darf. Aufgabe der Zivilgesellschaft
ist es, sich mit den Chancen und Risiken der digitalen Zukunft auseinanderzusetzen.
Und wir alle sollten unsere Möglichkeiten zur Mitgestaltung ergreifen, um nicht
alleine denen, die die Möglichkeiten der Digitalisierung fachlich interessiert,
das Feld der Werte und Ethik im Geschehen zu überlassen. Mindestens indem wir
eine bewusstere Rolle als <em>Prosumenten</em>
annehmen. Es geht um nichts weniger, als wie
wir zukünftig leben wollen.</p>



<p>In gewisser
Hinsicht ist „digital scheißegal“, wie Astrid es so wunderbar auf den Punkt
bringt: Digitalisierung muss rechtssicher und nach demokratisch rechtlich Grundsätze
abgesichert sein. Wir können Verantwortung in den Prozessen übernehmen, indem
wir die ethischen und rechtlichen Fragen vehement stellen.</p>



<p>Ein großartiges
Bild entsteht im Raum: wir stehen in der digitalen Entwicklung an der Stelle, an
der im 19. Jahrhundert die Arbeiter ohne Schutzkleidung und Brille am Stahlofen
standen. Wir haben noch keinen Arbeitsschutz und keine Arbeitsethik für das,
was sich anfängt zu zeigen.</p>



<p>Wir
brauchen genau solche Bilder für unsere Arbeit in Organisationen. Denn im Zweifel
schauen im Workshop alle auf uns, wie Doris so treffend anmerkt: „<em>Alle sind verunsichert und schauen auf mich,
ich soll jetzt sagen wie es geht.</em>“</p>



<p>Für uns
zeichnet sich deutlich ab: allein mit den alten Mitteln können wir als
Gesellschaft das Neue nicht gestalten. Mit dieser Idee beschäftigen wir uns im
Netzwerk Gesunde Karriere schon länger. Generativität ist für uns ein Schlüssel
ins „Wunderland“ (Faschingbauer), oder den Raum des Nichtwissens, wie wir es im
Coaching nennen. Neues entsteht, durch Ganzheitlichkeit, Vernetzung, das
Zulassen von Verunsicherung, die Erlaubnis zu Scheitern.</p>



<p>Das
Potential der digitalen Technologie und die Geschwindigkeit des technischen
Fortschritts dürfen nicht unterschätzt werden, da sind wir uns hier einig. Wir
stellen fest, mit der De-Materialisierung von z. B. Büchern und Musik erleben
wir es im privaten Bereich ja schon seit einigen Jahren. Sandra weist auf die
Diskrepanz zwischen privatem Handeln und Denken im Unternehmen hin: „<em>Privat wird mit amazon geshoppt, im
Unternehmen geht auch das Marketing oft noch selbstverständlich davon aus, das
alle ins Fachgeschäft kommen, um die Produkte zu kaufen.</em>“</p>



<p>Beruhigend
ist dann die Erkenntnis: Bei allem Tempo, das wir erleben, digitale
Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Disruptiv ist eher der Moment,
in dem klar wird, dass es anders ist. Die Einführung von KI geht über für die
nicht-early adopter über smarte Geräte, Update von Apps etc. im Alltag eher nebenbei….
Otto Scharmer spricht in diesem Zusammenhang von Wachsamkeit, die wir heute
mehr brauchen denn je. Dass sich viele von uns schwertun, die Möglichkeiten der
Künstlichen Intelligenz zu be-greifen, hängt auch damit zusammen, das exponentielles
Wachstum für uns Menschen so schwer vorstellbar ist. Es scheint aber
überlebenswichtig für Organisationen. </p>



<p>Wie
aber Träume anzetteln, Sience Fiktion erfinden, wenn doch die digitale Zukunft
grade immer schon da ist, wo wir hinkommen? Wir können als
Prozessbegleiter*innen und Führungskräfte das Bewusstsein auf den Prozess
fokussieren, Haltungsoptionen zu den Veränderungen in den Mittelpunkt stellen,
Perspektiven erweitern und die Gewissheit der menschlichen Anpassungsfähigkeit
in Veränderungsprozessen beschwören. </p>



<p>Etwas
Kulturpessimismus ist dann auch im Raum.</p>



<p>Wir
setzten uns auch mit Thesen aus dem Buch von Kevin Kelly auseinander, ein
Insider des Sillicon Valley und positionierten uns zu „12 Worten, die die Welt
von morgen gestalten“. Wenn „we are constant newbies“ – „wir sind beständig
Neulinge“, das alte Wissen, die Halbwertszeit von Wissen sich verringert: was
bedeutet das für unsere Selbstdefinition unsere Identität?</p>



<p>Bahnt
sich ein grundlegender Paradigmenwechsel im menschlichen Bewusstsein an, wenn
wir mit den „Augen“ der künstlichen Intelligenz betrachtet werden und mit ihr
interagieren?</p>



<p>Vanessa
holt dann mit Effectuation (Michael Faschingbauer) wissenschaftlich untersuchte
Kriterien zu erfolgreichem Unternehmertum in den Raum. (dazu gibt’s dann mal
einen extra Beitrag) und wir stellen fest: es braucht neben zielgerichteter
Planbarkeit, auch Mut und (mehr) Risikobereitschaft, um Zukunft zu gestalten. </p>



<p>Und da
ist es wieder, das „sowohl als auch“. &#8211; Das beruhigt, denn das kennen wir schon
aus der Einführung agiler Arbeitsweisen, diese Gleichzeitigkeit von Fluidem und
Stabilen.</p>



<p>Danke
für diesen inspirierenden Tag an Vanessa, Ulf, Sandra, Hartmut, Roger, Astrid,
Doris, Sebastian und Christina.</p>



<p>Literatur:
Dirk Baecker: 4.0 oder die
Lücke, die der Rechner lässt, Merve 2018 und Kevin Kelly: The Inevitable, Penguin 2017</p>
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		<title>Wieso eigentlich Generative  Prozessbegleitung ?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Antje Mein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2019 10:33:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Generatives]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Prozessbegleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
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					<description><![CDATA[Als wir anfingen für unsere erste Weiterbildung „Generative  Prozess-begleitung“  Teilnehmer*innen zu finden, begegnete uns oft die Frage: „Generativ…, he?“ „Hat das was mit Generationen zu tun?“ Und sehr schnell kamen Rückmeldungen: „Dieser Titel, also nee, …“  Wir sind dennoch dabei geblieben. Unsere Geschichte dazu ist folgende: 2009 beschäftigten wir uns mit Otto Scharmers  Theorie U [&#8230;]]]></description>
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									<p></p>
<p>Als wir anfingen für unsere erste Weiterbildung „Generative  Prozess-begleitung“  Teilnehmer*innen zu finden, begegnete uns oft die Frage: „<em>Generativ…, he</em>?“ „<em>Hat das was mit Generationen zu tun?“</em> Und sehr schnell kamen Rückmeldungen: „<em>Dieser Titel, also nee, …“ </em> Wir sind dennoch dabei geblieben.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Unsere Geschichte dazu ist folgende: 2009 beschäftigten wir uns mit Otto Scharmers  Theorie U und in der angewandten Praxis daraus entstanden eine Bürogemeinschaft und die Gesunde Karriere. Seine zukunftsgenerierende Methode brachte uns als professionelle Arbeitsgemeinschaft zusammen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die der Theorie U zugrundeliegende Frage lautet: „Wie können wir aus der im Entstehen begriffenen Zukunft heraus handeln und wie aktivieren wir die tieferen, schöpferischen Schichten des sozialen Feldes?“.  Diese Frage bewegte und bewegt uns heute weiter.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><em>„Generativ (zu lat. generare‚ erzeugen‘, ‚hervorbringen‘) bedeutet „erzeugend“ bzw. bezeichnet allgemein die Eigenschaft, etwas hervorbringen zu können. (Wortlexikon)“</em></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Über das Buch von Scharmer mit seinen Hintergründen und Praxisempfehlungen schreibe ich Euch ein anderes Mal mehr. Hier sei nur erwähnt, dass eine der Zukunft-erschaffenden Qualitäten, die Scharmer in seinem Buch herausstellt, das <em>generative listening ist, </em>die höchste Stufe des Zuhörens. Dieses schöpferische  Zuhören vereint achtsame Wahrnehmung mit kreativer Inspiration. Diese Annahme Scharmers hat von Beginn an unsere Arbeitsweisen und Sichtweisen für die Arbeit als Prozessbegleiterinnen beeinflusst. Unsere Erkenntnisse und<br />Praxiserfahrungen fließen jetzt auch in unsere Weiterbildung ein.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>2016 haben Ulf, Vanessa und ich gemeinsam an der Weiterbildung „Generativ Coaching®“ bei Stephen Gilligan und Robert Dilts in Köln teilgenommen. Auch bei dieser faszinierenden Veranstaltung ging es um die Frage, wie wirklich Raum für neues Denken geschaffen werden kann, in Köpfen und Herzen von Individuen und Organisationen.  </p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die Inhalte unserer Weiterbildung für Prozessbegleiter*innen waren zu diesem Zeitpunkt schon zu Ende gedacht. Aus den Schulen von Systemischem Denken, Hypnosystemik und NLP haben wir inhaltlich die Ideen und Methoden aufgegriffen, die unserer Erfahrung nach die Erschaffung von neuem begünstigen.  Eine Erkenntnis aus der Erfahrung bei Gilligan und Dilts war: Wir befördern mit unserem Denken und Tun <strong><em>Generativität</em></strong>. Jetzt hatten wir den passenden Begriff zur Präzisierung unserer Weiterbildung für Prozessbegleiter*innen gefunden.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wir gehen davon aus, dass Menschen über die Fähigkeit generativ zu denken und zu handeln verfügen. Für uns heißt das, Zukunft kann mit dem eigenen Denken und in Synergie mit anderen geschaffen und gestaltet werden. Ein generativer Prozess bezieht die Sichtweisen und Perspektiven eines weitgefassten Umfeldes mit ein.<br />Umfeld meint hier auch z.B. Systeme, Ressourcen und andere Menschen. Für Organisationen und Individuen gilt gleichermaßen: Neues wird aus einer bereits angelegten Struktur (des Denkens) generiert. Der Raum für Neues entsteht aus den Ressourcen, die bereits vorhanden sind.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Manchmal stehen Ressourcen noch nicht bewusst zur Verfügung. Um diese im generativen Prozess aufzuspüren, ins Bewusstsein zu holen und dort zu verankern brauchen Menschen ein hohes Maß von Selbst-Bewusstsein.  Dabei ist es ungemein hilfreich, neugierig zu sein. Aber die geübte Wahrnehmung von körperlichen, somatischen und emotionalen<br />Zuständen sind dem Schaffen von neuem zuträglich! Aus einer in sich<br />zusammengesunkenen Sitzposition heraus entsteht keine neue Idee. Für uns bedeutet diese Erkenntnis  auch: Settings für Einzelne und Gruppen zu kreieren, in denen es Denk- und Bewegungsräume  gibt, wo Platz für Neues ist.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Und was wäre eigentlich anders, wenn wir davon ausgingen, dass Zukunft als neue Praxis ist schon da, nur noch nicht im unserer Gewohnheitswelt?</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wenn Euch das auch interessiert, es gibt einen nächsten, sechsten (!) Durchgang, Start Mai 2023.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Literaturtipps zum Thema:</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Scharmer C. Otto, 2009 Theorie U – von der Zukunft her führen, Carl Auer Verlag 2009,</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Gilligan, Stephen, 2014, Generative Trance &#8211; Das Erleben kreativen Flows, Jungfermann</p>
<p></p>								</div>
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